Beate Weber
Beate Weber

Beate Weber meldet sich zurück

Beim SPD-Empfang sprach die Alt-OB erstmals wieder in großem Rahmen – und machte Wahlkampf

Von Micha Hörnle

Zum ersten Mal seit ihrem Abgang vor über vier Jahren hielt Ex-Oberbürgermeisterin wieder eine Rede in Heidelberg. Die Spannung war groß: Würde sie mit der Politik ihres Nachfolgers Eckart Würzner abrechnen? Würde sie ihre 16 Jahre als OB bilanzieren? Und, vor allem: Wie geht es ihr eigentlich? Letztere Frage lässt sich schnell beantworten: Ihr geht es wieder gut. Nach einer schweren Krankheit und Chemotherapie hat sie sich gut erholt, mittlerweile sind ihr sogar Locken gewachsen, die sie vorher nie hatte. Und der alte Elan war wieder da, als sie gestern 40 Minuten lang beim „Frühlingsempfang“ der Heidelberger SPD sprach.

Und zwar derart, dass sich die gut 200 Genossen nach ihrer Rede von den Stühlen erhoben und ihr stürmisch applaudierten. Das sagt manches über das politische Klima in der Stadt und der Partei aus – zumal es die SPD mit Weber (und umgekehrt) auch nicht immer leicht hatte. Es gibt aber durchaus so etwas wie eine Sehnsucht nach den Weber-Jahren.

Gestern war Weber ganz Genossin – schließlich wurde sie für 40 Jahre Mitgliedschaft geehrt –, ließ sich aber nicht dazu verleiten, die Politik ihres Nachfolgers Würzner zu kritisieren: Schon ihr Vorgänger Reinhold Zundel hielt sich nach seinem Abschied aus der Kommunalpolitik heraus, und so tut sie es auch. Bis auf zwei Ausnahmen: Den Bürgerentscheid gegen den Verkauf der Emmertsgrund-Wohnungen 2008 hatte sie mit ihrer Unterschrift genauso unterstützt wie den gegen die Erweiterung der Stadthalle 2010.

Eigentlich wollte sie „nicht nur über die OB-Zeit reden“, tat es aber dann doch über weite Strecken – auch weil ihre Politik als OB in dem wurzelte, was sie vor 40 Jahren in die Politik und in die SPD trieb: Der Kampf um mehr Demokratie und Bürgernähe um Gleichberechtigung, Kinderbetreuung und Umweltschutz – und der ewige Kampf um die Bildung, bei der Weber in Baden-Württemberg einfach keine Änderung sieht: „Es ist zum Verzweifeln.“

Aber dann war sie auch bei der Bilanz ihrer 16 Jahre im Amt: „Diese Jahre waren für mich großartig.“ Auch wenn der Anfang schwierig war, denn die Vorbehalte gegen sie waren ziemlich stark: „Frau, Umweltschützerin und Lehrerin – das alles war für manche schon zu viel.“ Und dann wettete ihr Vorgänger Zundel auch noch um eine Kiste Rotwein, dass unter Weber die Stadt innerhalb von drei Jahren pleite sein würde. Eine Wette, die er verlor; die Kiste Wein teilte sie sich dann mit der Stadtkämmerei.

Ihre Schwerpunkte als OB konnte man schon als eine versteckte Kritik an Würzner lesen: die Bürgerbeteiligung zum Beispiel: „Dafür haben wir kein Konzept entwickelt, wir haben es einfach gemacht“ – nämlich „auf gleicher Ebene mit dem Bürger zu kommunizieren und ihm auch wirklich zuzuhören“. Oder die „Stadt als Ganzes zu sehen“ und nicht nur an die Entwicklung der Altstadt zu denken. Aber Weber war gestern auch Wahlkämpferin für ihre Partei, die sich mit Schwung an Stefan Mappus rieb. Und da diese Verve der SPD-Landtagskandidatin Anke Schuster nutzte, bedankte sie sich artig: Schließlich war es Weber, die die Studentin Schuster 1991 in die SPD eintreten ließ – nachdem diese sie in der Stadthalle als OB-Kandidatin reden gehört hatte: „Da steht eine Frau, die Visionen hat, und die lebt, was sie sagt.“ Und Weber meinte knapp: „Ich würde es wieder so machen.“ Sie ließ offen, ob sie ihre SPD-Mitgliedschaft meinte oder ihre Amtszeit als OB.

Seit gestern hat die Heidelberger SPD übrigens ein neues Mitglied: Webers Mutter, Uta Asher, trat ein. Mit 88 Jahren. Weber freut es, schiebt aber nach: „Ich habe sie nicht geworben.“

Foto oben: Alt-OB Beate Weber (links) wurde gestern in Kirchheim für 40 Jahre SPD-Mitgliedschaft geehrt – und machte zusammen mit dem Bundestagsabgeordneten Lothar Binding (hinten rechts) kräftig Wahlkampf für die SPD-Landtagskandidatin Anke Schuster (rechts). (Foto: Kresin
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Stuttgart: 4. Oktober 2010

Rede auf Demonstration gegen Stuttgart 21

Am Wochenende haben wir das erfolgreiche Ende einer gewaltfreien Volksbewegung in Mittel und Osteuropa gefeiert, die Deutsche Einheit.
Der selbstbewusste Ruf „Wir sind das Volk“ hallt bis heute fort und wurde in allen Samstags- und Sonntagsreden stolz zitiert.
Und hier in Stuttgart?? Hier kämpft der Staat gegen sein Volk. Hier werden Junge und Alte auf Geheiß der Landesregierung mit Wasserwerfern und Pfefferspray bekämpft, weil sie diesen Aufruf ernst nehmen und demonstrieren.
Soll das so während der ganzen, langen Bauzeit weitergehen?

Demokratie ist unteilbar! Alle haben das Recht auf Fragen, darauf, eine andere Meinung zu haben und das deutlich zu zeigen.
Sie haben das Recht, nicht diffamiert sondern ernst genommen zu werden!
 
Wer meint, gegen einen Bahnhofsbau gäbe es kein Widerstandsrecht, wie das Bahnchef Grube sagt, der hat Demokratie nicht verstanden!
Die ist nämlich keine Staatsform für Zuschauer sondern für Mitmacher, wie Joachim Gauck das ausgedrückt hat!
Demokratie bedeutet, Uneinigkeit ohne Gewalt auszuhalten!

Auch wenn die Entscheidung für Stuttgart 21 unbestreitbar durch alle demokratischen Instanzen gegangen ist, kann sie von Bürgerinnen und Bürgern heute kritisch gesehen werden, denn sie müssen das Projekt mit ihren Steuergeldern zahlen! 
Denn das Geld, das von Bund, Land und Stadt – auch das der Deutschen Bahn – kommt von ihnen.
Eine Demokratie fordert Transparenz – mit Recht!
Wir fordern, dass alle Gutachten, die heutige Wirtschaftlichkeitsberechnung, vor allem aber die aktuelle Kostenschätzung öffentlich werden.
Nur so kann man feststellen, ob ein Projekt dieser Größenordnung heute noch unterstützenswert, vor allem aber finanzierbar ist.
Denn es ist auch bei einem beschlossenen Projekt ein Unterschied, ob es 2,8 oder 5,3 Mrd. € kostet, wie das der Bundesrechnungshof nach seiner aktuellen Schätzung anmahnt. Dazu kommt die Bahnstrecke nach Ulm, deren Kosten derzeit selbst von der Bahn auf 2,9 statt auf ursprünglich 2 Mrd geschätzt werden.
Insgesamt reden wir im Augenblick also statt über 4,8 Mrd. schon über € 8,2 Mrd., was aber noch lange nicht der endgültige Betrag sein muss bei der langen Bauzeit!
 
Können Sie sich 8 Mrd vorstellen?
Das sind über 4 Mio € für jedes einzelne Jahr seit Christi Geburt, nur um Ihnen die Größenordnung einmal vor Augen zu führen!

Eigentlich müssten eine Landes-, eine Bundesregierung, eine DB und ein Gemeinderat unter diesen veränderten Umständen selbst die Entscheidung noch einmal überprüfen. Über diese Größenordnung ist nicht demokratisch entschieden  worden, vor allem nicht nach der Finanzkrise, die alle öffentlichen Haushalte in Turbulenzen gebracht hat. Die Öffentlichkeit hat das Recht hier Mitwirkung einzufordern, nachdem die Verantwortlichen dazu ganz offenkundig nicht bereit sind.

Die einzige Möglichkeit ist also ein Volksentscheid!

Wir alle wollen mit entscheiden, ob Mittel in dieser Höhe wirklich für eine zentrale Maßnahme der Stadtentwicklung in Stuttgart, einen Bahnhofsneubau, eine Neubaustrecke und eine mögliche Fahrzeitverkürzung von Minuten ausgegeben werden sollen. Wir wollen mit entscheiden, ob dieses Geld für eine solche, zentrale Großmaßnahme ausgegeben wird.

Alternativ, bzw. mit erheblich weniger Geld könnten damit viele Unzulänglichkeiten im Fern-, Regional- und Nahverkehr, auf unendlich vielen Bahnhöfen in Baden-Württemberg beseitigt und vieles mehr finanziert werden. Ein Quantensprung in der Qualität des öffentlichen Verkehrsangebots könnte erreicht werden – sicher auch eine sinnvolle Optimierung dieses Kopfbahnhofs und eine die Bevölkerung entlastende Neubaustrecke nach Ulm.

Noch eine kurze Bemerkung zu diesem denkmalgeschützten Kopfbahnhof: Als ständige Nutzerin dieses Bahnhofs, als Ziel oder zum Umsteigen seit mindestens 30 Jahren, kann ich nur sagen: wenn ich Verspätungen hatte, lagen die nicht am nötigen Richtungswechsel sondern an technischen, an Strecken- oder Wetterproblemen.
Im Gegenteil: der Kopfbahnhof ermöglichte mit seinen vielen Gleisen das Aufholen von Verspätungen!

Wir befinden uns sowieso in guter Gesellschaft mit München, Frankfurt oder Paris u.v.m. – so viel zum Anschluss an internationale Standards.
Kopfbahnhöfe erleichtern übrigens auch die Orientierung erheblich, in einer mobilen Gesellschaft im demographischen Wandel ein ernst zu nehmendes Argument!

Welche Schritte sind nun nötig, um einerseits die drohende weitere Eskalation der Auseinandersetzung zu verhindern und andererseits zu einer guten Entscheidung zu kommen?

1. die Vertreter von Stadt und Land müssen die Verantwortung für ihre gesamte Gesellschaft wieder ernst nehmen – nicht nur auf ihre Wähler achten!

2. sofortiger Baustopp, denn nur so kann Vertrauen wieder aufgebaut werden

3. Einrichtung eines runden Tisches, Vorlage aller vorhandenen Gutachten, Veröffentlichung aller Fakten zur Vorbereitung eines Volksentscheides, denn nur mit wirklicher Information kann eine verantwortungsbewusste Entscheidung getroffen werden

4. Durchführung eines Volksentscheides

Wer den Volksentscheid will, sichert die Demokratie und verhindert ein Abwenden der Menschen von der Politik!

Wer den Volksentscheid unterstützt, bekennt auch, dass kein Mensch unfehlbar ist und jede/r das Recht auf bessere Einsicht hat – auch mancher in der SPD!

Auch wenn das Ergebnis eines Volksentscheids natürlich offen ist, hoffe ich doch darauf, dass die Ereignisse hier und die Zahlen viele zu solcher Einsicht bewegen.

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Oktober 2010

Selbstbewusst für sich und andere eintreten

Ein Interview mit Beate Weber.
Beate Weber ist seit 1970 Mitglied der SPD. Von 1975 bis 1985 war sie Stadträtin, von 1990 bis 2006 Oberbürgermeisterin der Stadt Heidelberg. Sie wurde 1996 zur „Frau des Jahres“ (Mona Lisa/ZDF) gewählt. In ihrer Amtszeit hat sie sich insbesondere für Bürgernähe sowie die Gleichstellung von Frauen und Männern engagiert.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der "Friedrich Ebert Stiftung"

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September 2010

„Visionen für eine bessere Lebensqualität“
Gertrud Lenz

Jahrbuch Ökologie 2011: Die Klima-Manipulateure, Rettet uns die Politik oder Geo-Engineering? Hrsg. Günter Altner, Heike Leitschuh, Gerd Michelsen, Udo E. Simonis, Ernst U. von Weizsäcker, S.Hirzel Verlag Stuttgart 2010. Im Kapitel IV „Vor-Denker & Vor-Reiter“ über Angelika Zahrnt, Joseph Beuys und Beate Weber („Beate Weber – die umweltpolitische Kämpferin“) schreibt Gertrud Lenz aus dem Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich Ebert-Stiftung.

foto-jahrbuchAls erster Frau wurde Beate Weber der Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), einer der am höchsten dotierten Umweltpreise, bei einem Festakt in Aachen am 28. Oktober 2007 verliehen. Dieser Preis wurde Beate Weber für ihr umweltpolitisches Wirken als Oberbürgermeisterin von Heidelberg zuerkannt. Bei ihrem Amtsantritt 1990 war Beate Weber die erste Oberbürgermeisterin in Baden-Württemberg. Im Laufe ihrer 16jährigen Amtszeit machte sie Heidelberg zu einer im Umwelt- und Klimaschutz führenden Großstadt, die 1997 von der Deutschen Umwelthilfe zur „Umwelthauptstadt für Natur und Umweltschutz“ gewählt wurde. Zuvor hatte sich Beate Weber 11 Jahre als sozialdemokratische Abgeordnete des Europäischen Parlaments (1979 – 1990) und langjährige Vorsitzende des Ausschusses für Umweltfragen, Volksgesundheit und Verbraucherschutz in der europäischen Umweltpolitik (1984 – 1990) engagiert.

1979 bei den ersten Direktwahlen des Europäischen Parlaments setzte sich Willy Brandt gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) dafür ein, weibliche Kandidatinnen aufzustellen und auf einem sicheren Listenplatz abzusichern, so dass 20 % der Kandidatinnen den Sprung ins Europäische Parlament schafften. Zu ihnen zählte die damals sechsunddreißigjährige Beate Weber, Mutter einer vierzehnjährigen Tochter. Die Heidelberger Lehrerin, der bereits in ihrer ersten Lehrbeurteilung eine „progressiv-drängende Art“ bescheinigt wurde, war seit 1975 Mitglied des Heidelberger Gemeinderats und stellvertretende Vorsitzende des SPD-Parteirats Als stellvertretende Vorsitzende bzw. Vorsitzende des Ausschusses für Umweltfragen, Volksgesundheit und Verbraucherschutz des Europäischen Parlaments wurde Beate Weber zu einer engagierten Umweltpolitikerin. Sie machte zahlreiche Umweltthemen mit parlamentarischen Mitteln (Anfragen an die Europäische Kommission, und Entschließungsanträge) sowie durch der Öffentlichkeitsarbeit – oft gegen Widerstände der Europäischen Kommission – zum Gegenstand der Arbeit des Europäischen Parlaments. Unter ihrem Vorsitz erarbeitete der Ausschuss für Umwelt, Volksgesundheit und Verbraucherschutz über 200 Berichte zu existenziellen Umweltfragen wie Gifttransporte, Chemiepolitik, Gentechnologie, Atommüll. Zu Beate Webers großen umweltpolitischen Leistungen zählt die Initiierung eines Antrags zur Einberufung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses im Europäischen Parlament, gegen heftige Widerstände vor allen von Rat und Kommission der EG, um die mangelnde Durchführung der EG-Richtlinie über giftige und gefährliche Stoffe und den Verbleib der giftigen Abfälle aus dem Unglück von Seveso zu untersuchen, durch das in der oberitalienischen Region 1977 zahlreiche Menschen, und vor allem Kinder, schwere Vergiftungen erlitten hatten. Sie selbst wurde Mitglied, aber nicht Berichterstatterin dieses Ausschusses, der nach ihrer Meinung bei der Ausübung seiner Tätigkeit behindert wurde.

Eine der zentralen Aufgaben des Europäischen Parlaments sah Beate Weber in der Schaffung von einheitlichen Richtlinien und Verordnungen für alle Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaften im Umweltbereich. Als Vorsitzende des Ausschusses für Umweltfragen, Volksgesundheit und Verbraucherschutz war sie maßgeblich an der Erarbeitung von EG-Richtlinien für den Transport gefährlicher Stoffe und Abfälle beteiligt, ebenso an Vorschriften im Bereich des Lebensmittelrechts oder umweltpolitischen Maßnahmen z.B. gegen Luftverunreinigungen und die Spätfolgen des Reaktorunfalls von Tschernobyl. Die Errichtung einer europäischen Umweltagentur und eines europäischen Überwachungs- und Informationsnetzes für Umweltschäden waren zusammen mit der Einführung der Umweltverträglichkeitsprüfung bei bestimmten öffentlichen und privaten Projekten (UVP) wichtige Maßnahmen auf europäischer Ebene zum Schutz der Umwelt, an denen Beate Weber mitwirkte.

Beate Weber im OB-Wahlkampf 1998

Als Kandidatin der Heidelberger SPD trat die 47jährige langjährige Heidelberger Gemeinderätin (1975-1985) und Europaabgeordnete als „Die Frau für Heidelberg“ bei den Oberbürgermeisterwahlen 1990 unter dem Leitgedanken: .„Unsere Stadt braucht frischen Wind“ an. Mit diesem Signal für einen sozialdemokratischen „Neubeginn“ nach 24jähriger Amtsinhaberschaft Reinhold Zundels, versprach Beate Weber eine Modernisierung Heidelbergs, die Bürgerbeteilung und ökologische Aspekte einschloss. Im Vordergrund ihrer Arbeit standen die Politikbereiche Umwelt und nachhaltige Entwicklung, Gleichstellung der Frau – sie schuf das Amt für Frauenfragen - , Kinder- und Jugendpolitik, Wirtschaft und Wissenschaft sowie die Schaffung einer bürgernahen Verwaltung als Dienstleistungsbetrieb – sie schuf die ersten Bürgerämter in den Stadtteilen - und sorgte für mehr BürgerInnenbeteiligung. „Global denken und lokal handeln“ – unter diesem Leitmotiv schuf Beate Weber als sozialdemokratische Oberbürgermeisterin von Heidelberg in zwei Amtsperioden entscheidende strukturelle Voraussetzungen für eine kommunale Umweltpolitik.

Beate Weber bezeichnete sich selbst als „hartnäckig und durchsetzungsfähig, aber auch tolerant.“ Am Ende der ersten Amtszeit sahen örtliche VertreterInnen von Umweltgruppierungen und Parteien in Beate Weber einerseits „eine tolle Frau, die tolle Sachen macht“. Sie kritisierten Beate Weber aber andererseits auch als „Machtpolitikerin“, die – bei „richtigen Ansätze(n) und gute(n) Ideen“ wegen ihrer „mangelnden Kommunikationsbereitschaft“ den bei ihrem Amtsantritt 1990 angekündigten „Neubeginn“ nur beschränkt vollzogen habe. Dennoch: 1998 trat Beate Weber erneut als Kandidatin der SPD unter dem Motto „Für Sie und für diese Stadt möchte ich gerne weiter arbeiten“ für das Amt der Oberbürgermeisterin an. Im zweiten Wahlgang hatten die WählerInnen zwischen Beate Weber und dem Kandidaten der Wählervereinigung „Die Heidelberger“ Wolfgang Lachenauer zu entscheiden, der mit einem verkehrspolitischen Programm antrat, das in zentralen Punkten der Umweltpolitik Beate Webers konträr gegenüber stand. Beate Weber setzte sich knapp gegen den Kandidaten des konservativ-liberalen Lagers durch. Als Beate Weber am Ende ihrer zweiten Amtszeit 2006 Bilanz zog, bewertete sie die Jahre als Oberbürgermeisterin von Heidelberg als nicht konfliktfrei. Doch die politische Laufbahn lehrte sie – so Beate Weber - „zwischen persönlicher Gegnerschaft und sachbezogenen Differenzen zu unterscheiden“. Als Fazit der Jahre als Oberbürgermeisterin stellte sie für sich fest, dass sie ihren Visionen „mit großer Begeisterung“ treu geblieben sei.

Leseempfehlung:

Weber, Beate, Im Wurzelwerk der Demokratie: ausgewählte Reden einer Oberbürgermeisterin 1990 – 2006, Heidelberg 2006

Weber, Beate, Die EG-Umweltpolitik, Bonn 1989. (Materialien zu Europa / Gruppe der SPD-Abgeordneten in der Sozialistischen Fraktion des Europäischen Parlaments)

Lenz, Gertrud, "Visionen für eine bessere Lebensqualität“. Das Depositum Beate Weber im Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung, in: Archiv-Nachrichten. Internet-Newsletter aus dem Archiv der sozialen Demokratie, Nummer 1 / 2008, 7. Juli 2008, verfügbar unter: http://www.fes.de/archiv/adsd_neu/inhalt/newsletter/newsletter/NL_01_2008/newsletter012008.html zuletzt geprüft: 23. März 2010.

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Heidelberg: 3. Juni 2010

Erwin Poell zum 80. Geburtstag

Beitrag von Beate Weber im "Liber Amicorum", Erinnerungen zum 80. Geburtstag von Erwin Poell im Buch: Erwin Poell *1930. "Das Leben sucht sich seinen Weg", erschienen im Mattes Verlag Heidelberg, 2010.

stadt logoErwin Poell und das Heidelberger Logo
Selbstverständlich hat die Stadt Heidelberg ein kurfürstliches Wappen, das sie seit vielen Jahren bei allen wichtigen Gelegenheiten begleitet, auf Urkunden, Dokumenten und der offiziellen Flagge. Wie in vielen anderen Städten wird es von einem eindrucksvollen Löwen geziert. Es wird weiterhin bei allen feierlichen Anlässen verwendet. Nun ist unsere Stadt aber nicht nur unverändert schön mit ihrem seit dem Ende des 17. Jahrhunderts nicht mehr zerstörten Stadtbild, altehrwürdig mit ihrer Geschichte und der ältesten Universität Deutschlands, sondern gleichzeitig munter, bewegt und in ständiger Veränderung begriffen. Deshalb wollte ich in meiner Amtszeit als Oberbürgermeisterin ein junges Bild der Stadt vermitteln, in Wort, Bild und Schrift – dafür war ein modernes Logo notwendig. Die Erfahrungen anderer Städte waren allerdings entmutigend, entweder war die Qualität nicht gut, wurde durch Mehrheitsentscheidungen abgeschwächt oder es gab in den Räten überhaupt kein Ergebnis. Deshalb musste für uns das bestmögliche Logo entwickelt werden um überhaupt eine Chance zu haben. Was lag da näher, als zu versuchen, den besten Designer zu gewinnen, den, der glücklicherweise seit vielen Jahren mit seiner kongenialen Frau Hiltrud und den beiden Töchtern in Heidelberg wohnt, Erwin Poell. Den Mann, der seit Jahrzehnten bekannt war für seine großartigen, vielfach preisgekrönten Arbeiten mit der Ullstein-Eule, dem PONS-Erscheinungsbild, dem Logo für Bethel, unzähligen Briefmarken-Designs u.v.m. Erfreulicher Weise erklärte er sich dazu bereit, sich für „seine“ Stadt in besonderer Weise zu engagieren. Ich war unendlich gespannt darauf, was er nach dem höchst erfreulichen Anfangsgespräch wohl vorlegen würde. Und dann kam er 1995 ins Rathaus mit einem Logo, das so einfach und „logisch“ aussah! Es zeigte Schloss, Neckar und Brücke, war klar und frisch, modern in seiner quadratischen Gesamtform, rundum überzeugend. Es wirkte so, als möge er die Stadt sehr. Nie werde ich vergessen, wie er mir erklärte, dass man ein gutes Logo mit dem Zeh in den Sand malen können muss - ich war begeistert, von ihm und seiner Arbeit und probierte das bei nächster Gelegenheit. Es klappte, allerdings natürlich nicht so perfekt. Um die schwierige Demokratiehürde gut zu nehmen, lud ich alle denkbaren Interessierten ins Rathaus ein, von der Politik im Gemeinderat bis hin zu Tourismus und Wirtschaft, und Erwin Poell stellte in seiner bescheidenen, leisen aber bestimmten Art Entwicklung und Ergebnis seiner Arbeit vor – mit durchschlagendem Erfolg, alle fanden es großartig. Es wurde gleich im folgenden Jahr für die 800-Jahrfeier der Stadt in besonderer Form verwendet. Seitdem präsentiert sich Heidelberg auf vielfältige Weise mit diesem Logo nach innen und außen, zum Beispiel bei der Beschilderung der Ortseingänge, derjenigen für Hotels, den Informationstafeln in der Altstadt, den Kultursäulen oder allen Broschüren der Stadt. Die dazu passende Schrift und eine klare Sprache ergänzen das moderne Erscheinungsbild, und – fast – alle sind seitdem damit glücklich. Ohne Erwin Poell wären wir sicher – wie so viele Städte – im Mittelmaß stecken geblieben, mit diesem herausragenden Logo werden wir der weltweiten Bekanntheit der Stadt auf ganz besonders gelungene Weise gerecht. Zu seinem „großen“ Geburtstag meine ganz herzlichen Glückwünsche und noch einmal vielen Dank für seine Arbeit.

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August 2009

Von Europas Öko-Städten lernen

Ein Artikel aus dem ISSP Newsletter liegt hier zum Download bereit
(pdf-Datei, 2,5 MB). Zu dem Thema gibt es auf youtube ein Interview.

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RNZ: 7.7.09

Beate Weber hilft Aids-Waisen

RNZ. Die ehemalige Oberbürgermeisterin Heidelbergs Beate Weber unterstützt ein Aids-Waisenprojekt im südafrikanischen Swaziland. Dafür stellt sie 10 000 Euro vom Deutschen Umweltpreis zur Verfügung, der ihr vor einiger Zeit verliehen wurde. Mit dem Geld soll der erste ökologische Gemüseanbau in dem bettelarmen Königreich unterstützt werden. Das Gemüse ist für die Aids Waisen in der Gemeinde Esitjeni bestimmt. Das Waisenprojekt in Esitjeni ist vor drei Jahren von dem Heidelberger ,,Verein Voices für Africa" gegründet worden. Der Verein, der vom Heidelberger Afrika Chor Imbongi (früher Mokosané) getragen wird, bietet Patenschaften an. Mit 20 Euro im Monat kann ein Kind zur Schule gehen und täglich Essen bekommen. Infos: www.voices-for-africa.de oder Tel. 0621/ 8324190

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Mai 2009

Gründungsstifterin der Bürgerstiftung Heidelberg

Gründungsstifterin der seit dem 28. Mai 2009 gegründeten Bürgerstiftung Heidelberg www.buergerstiftung-heidelberg.de

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theodor-heuss-Stiftung

44. Verleihung des Theodor Heuss Preises
Bürgerrechte, Bürgermeister, Bürgerinitiativen:
Demokratie lokal gestalten


Schlusswort von Beate Weber

Stuttgart, 25. April 2009

"Lassen Sie sich von der Gesundheit der Demokratie, die uns eben demonstriert wurde, anstecken.
Für mich war der Begriff der Demokratie mit zwei unvergesslichen Bildern verbunden, ein drittes ist vor kurzem dazugekommen:
Als in Südafrika die ersten allgemeinen Wahlen durchgeführt wurden, zeigten die Medien die langen Reihen aufrechter Menschen, die voller Stolz und Würde in ihrem Leben in langen Schlangen standen und darauf warteten, zum ersten Mal in ihrem Leben wählen zu dürfen..."
mehr...

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Artikel aus der Eislinger Zeitung:

"Frauen verstärkt in die Politik holen" - Beate Weber macht Mut zur Kandidatur

Auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) machten Beate Weber, Ulrike Mozden und Susanne Widmaier Frauen Mut, bei der Kommunalwahl 2009 zu kandidieren.

Den ganzen Artikel lesen Sie in einer pdf Datei, die Sie hier herunterladen können.

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"Hände weg von unserem Bahnhof" - Eindrücke von der Menschenkette am 11.10.2008
8000 Teilnehmer bei der Menschenkette vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof

Bei der Großdemonstration am Samstagnachmittag 11. Oktober 2008 vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof nahmen über 8000 Bürger aus Stuttgart und der Region teil. In Form einer Menschenkette stellten sie sich U-förmig insgesamt über 1,2 Kilometer entlang der Hauptfassade, der zwei Seitenflügel und einem Teil des Gleisvorfeldes des Hauptbahnhofes. Aufgrund des großen Andranges der Demonstranten standen mehreren Reihen hintereinander und bildeten ein symbolisches Schutzschild gehen den drohenden Teilabriss bei Verwirklichung von Stuttgart 21. Das Motto lautete: Hände weg von unserem Bahnhof.

Wir wollen den Kopfbahnhof erhalten...
Unterstützerinnen und Unterstützer

Kommentar von Beate Weber:
"Ein Kopfbahnhof ist bequem und übersichtlich, deshalb verzichten u.a. auch Frankfurt und München auf Überlegungen, das zu ändern. Außerdem lässt er sich erheblich einfacher und kostengünstiger erweitern, wenn wir für den Klimaschutz noch mehr Menschen auf die Bahn bringen wollen."

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Presseerklärung

Beate Weber, ehemalige Oberbürgermeisterin von Heidelberg, zur neuen Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft der Freunde des Weizmann Instituts gewählt

Auf ihrer diesjährigen Mitgliederversammlung in den Räumen der Max Planck Gesellschaft in München hat die Deutsche Gesellschaft der Freunde des Weizmann Instituts die frühere Heidelberger Oberbürgermeisterin, Beate Weber, zu ihrer neuen Vorsitzenden gewählt. Sie löst damit Herrn Kaspar von Harnier ab, der nicht mehr für das Amt kandidiert hatte. Die Mitglieder dankten ihm für seine langjährige Arbeit.

Die enge, persönliche Bindung von Frau Weber zum Weizmann Institut in Rehovot, einer Partnerstadt Heidelbergs, zur Heidelberger Forschungsgemeinde und zu Israel gaben den Ausschlag für ihre Wahl.

Zusammen mit ihren Vorstandskollegen wird sie sich in den nächsten Jahren darum bemühen, die langjährige, wissenschaftliche Zusammenarbeit deutscher und israelischer Wissenschaftler des Weizmann Instituts in Deutschland noch bekannter zu machen und den regen Wissenschaftsaustausch auch von jungen Menschen in diesem Bereich weiter zu befördern.

Die Arbeiten können damit auch im Zusammenhang mit den israelisch-deutschen Konsultationen gesehen werden, die am 17. März unter dem Vorsitz von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Premierminister Ehud Olmert  stattgefunden haben. In den „Bilateralen Vereinbarungen, die bei den ersten Deutsch-Israelischen Regierungskonsultationen am 17. März 2008 in Israel erzielt wurden“ bilden Wissenschaft und Forschung einen besonderen Schwerpunkt.

Das Weizmann Institut in Rehovot, Israel, gehört weltweit zu den führenden multidisziplinären Forschungseinrichtungen. Seine 2600 Wissenschaftler, Studenten, Techniker und anderen Mitarbeiter sind in einem breiten Spektrum naturwissenschaftlicher Forschung tätig. Zu den Forschungszielen des Instituts gehören neue Möglichkeiten im Kampf gegen Krankheit und Hunger, die Untersuchung wichtiger Fragestellungen in Mathematik und Informatik, die Erforschung der Physik der Materie und des Universums und die Entwicklung neuer Werkstoffe und neuer Strategien für den Umweltschutz.

München, den 4. April 2008

Quelle: Deutsche Gesellschaft der Freunde des Weizmann Instituts

Für weitere Informationen:
http://wis-wander.weizmann.ac.il
http://www.eurekalert.org

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Kuratoriumssitzung des ZMRN e.V.

Auf Einladung von Prof. Dr. Claus E. Heinrich, Vorstandsvorsitzender des Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar e.V. (ZMRN e.V.) und Vorstandsmitglied der SAP AG, fand am 31. Januar 2008 in Walldorf die erste Sitzung des neu zusammengesetzten Kuratoriums des ZMRN e.V. statt. Mitglieder des neuen Gremiums sind 37 Vertreter aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen. Dr. Fritz Brechtel, Landrat des Kreises Germersheim, wurde einstimmig zum Vorsitzenden des neuen Kuratoriums gewählt. Im Rahmen der Sitzung wurden zudem Beate Weber, Heidelberger Oberbürgermeisterin a.D. und Gerhard Widder, Mannheimer Oberbürgermeister a.D., für ihr jahrelanges engagiertes Mitwirken in der Regionalentwicklung als Ehrenmitglieder in das Kuratorium aufgenommen. Seit der Etablierung der festen Strukturen zur Regionalentwicklung im Sommer 2006 war dies die erste Sitzung des Kuratoriums. Die Mitglieder informierten sich ausführlich über den Status und die nächsten Schritte der Regionalentwicklung und diskutierten die Schwerpunkte der zukünftigen Arbeit. Die Mitglieder des Kuratoriums sind wichtige Ideen- und Impulsgeber, Mitgestalter, Botschafter und Multiplikatoren für die gemeinschaftliche Regionalentwicklung.

Quelle: Newsletter der Metropolregion Rhein-Neckar, Ausgabe 02/2008

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Prävention hilft mehr als Jugendknast

hob. Trotz der heftig geführten Diskussion um Jugendgewalt dürfe man nicht den Rückschluss ziehen, dass Kriminalprävention nichts nütze, sagte Geschäftsführer Reiner Greulich. Die Mitglieder des Vereins "Sicheres Heidelberg" (SicherHeid) waren sich gestern bei ihrer Jahresversammlung im Bürgerzentrum Kirchheim einig: Dank der Präventionsarbeit in Heidelberg, habe sich das Sicherheitsgefühl der Bürger deutlich erhöht. Das zeigten alle Umfragen.

Nächstes Jahr feiert "SicherHeid" sein zehnjähriges Bestehen. Eine, die den Verein maßgeblich mitgeprägt hat, ist Alt-Oberbürgermeisterin Beate Weber. Aus diesem Grund wurde sie gestern zum Ehrenmitglied ernannt. Ihr Nachfolger Eckart Würzner nannte sie eine "Kämpferin für Sicherheit", Kriminaldirektor Bernd Fuchs lobte sie als "Motor des Vereins": Bei jedem Projekt, das "SicherHeid" in Angriff nahm, habe sie gefragt, was die Stadt noch leisten könne.

"Wir haben uns sehr intensiv mit dem Thema Jugendgewalt befasst in den letzten neun Jahren", sagte Beate Weber als frisch gebackenes Ehrenmitglied. "Leider lässt sich nicht genau belegen, wieviele Jugendliche wir von diesem Weg abgehalten haben." Sie sei überzeugt, dass die Prävention viel bewirke, auch wenn das eine "Arbeit der kleinen Schritte" sei. Einer Verschärfung des Jugendstrafrechts oder einer Abkehr vom Erziehungsgedanken erteilte sie eine klare Absage.

Ähnlich äußerte sich der Heidelberger Polizeichef Bernd Fuchs: "Man darf die Jugend nicht schlechter machen, als sie ist." Es seien nur ganz wenige "Intensivtäter", über die man sich neue Gedanken machen müsse.

"Jugendgewalt lässt sich nur mit Prävention eindämmen", betonte auch Dierk Helmken, Jugendrichter beim Heidelberger Amtsgericht. Natürlich habe die Bevölkerung ein Anrecht darauf, vor gefährlichen Gewalttätern geschützt zu werden. Hierbei sei es aber egal, ob die nun zehn oder 15 Jahre weggesperrt werden könnten. Helmken: "Irgendwann kommen sie wieder raus, gefährlicher als vorher."

184 Mitglieder hat "SicherHeid" inzwischen. Auch in diesem Jahr hat der Verein wieder viel vor und wird viele kleine Projekte von Jugendzentren und anderen sozialen Einrichtungen unterstützen. Denn hier lässt sich mit kleinen Summen viel bewegen.

Eine "Kämpferin für Sicherheit": Beate Weber ist Ehrenmitglied im Verein "Sicheres Heidelberg". Es gratulierten die Vorstandsmitglieder Eckart Würzner, Polizeichef Bernd Fuchs und Manfred Lautenschläger (v.l.). Foto: Dagmar Welker

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"Umweltschutz, Wirtschaft und weniger Bürokratie können Hand in Hand gehen"

Deutscher Umweltpreis 2007: Einzelwürdigung Beate Weber

Beate Weber, ehemalige Oberbürgermeisterin der Stadt Heidelberg, erhielt den Deutschen Umweltpreis 2007 der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) für ihr langjähriges vorbildhaftes Engagement im kommunalen Umweltschutz.

"Nachhaltigkeit in einer Kommune lässt sich nicht anordnen, sie muss vorgelebt werden. Dank Beate Webers Engagement ist Heidelberg im Umwelt- und Klimaschutz führend unter den Großstädten in Deutschland. Ihr gelebtes Vorbild zeigt, dass Umweltschutz, Wirtschaft und weniger Bürokratie Hand in Hand gehen können." - Mit diesen Worten würdigte Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), die ehemalige Heidelberger Oberbürgermeisterin Beate Weber (63). Sie nahm aus der Hand von Bundespräsident Horst Köhler den höchstdotierten Umweltpreis Europas am 28. Oktober 2007 in Aachen in Empfang. Ihr Preisgeld: rund 166.000 Euro.

Quelle: Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Ansprechpartner Franz-Georg Elpers - Pressesprecher - Taalke Nieberding Anneliese Grabara
Fotos: Peter Hinsel, DBU-Archiv

Artikel aus "Grüne Seiten", Informationen der Badischen Naturfreunde, Ausgabe 1/08.
pdf zum Download, 148 kB

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